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vi­deo em­beds

felix schwenzel in über wirres

ich lie­be you­tube. also nicht you­tube an sich, aber vi­de­os auf you­tube zu se­hen. im mo­nat zäh­le ich un­ge­fähr 50 stun­den, die ich vor der tube sit­ze. ich habe auch gros­sen re­spekt vor dem al­go­rith­mus der mir die vi­de­os zu­sam­men­stellt. die mi­schung der vi­de­os ist in­ter­es­sant ge­nug um mich bei der stan­ge oder tube zu hal­ten, aber ich be­kom­me trotz­dem kei­ne schwurb­ler-vi­de­os vor­ge­setzt oder vi­de­os in die time­line ge­spült, nur weil sie ge­ra­de „tren­den“ oder so. you­tube ist mei­ne guil­ty plea­su­re, mein gar nicht mal so heim­li­ches las­ter1.

wer den vi­de­os die ich mag fol­gen will, alle vi­de­os, un­ter die ich ei­nen po­si­ti­ven dau­men set­ze, lan­den im fa­vo­ri­ten stream (RSS).

als ich ges­tern ein vi­deo von der 2MR Kon­fe­renz sah, habe ich zu­nächst gar nicht ge­merkt, dass es kein you­tube-vi­deo war, saon­dern auf peer­tu­be lag. um es so auf wir­res.net ein­zu­bet­ten wie ich es mag (ohne ex­pli­zi­te frei­ga­be kein fremd­code oder if­rame oder ja­va­script von dritt­ser­vern), muss­te also ein neu­er em­bed block her. cur­sor und clau­de konn­ten das schnell um­set­zen und das funk­tio­niert auch, wenn ich ein peer­tu­be-vi­deo fave (bei­spiel).

so­weit das neue aus dem ma­schi­nen­raum.

was mir dann aber noch auf­fiel: ich muss mich bei je­der peer­tu­be-in­stanz se­pa­rat an­mel­den, wenn ich dort übeer den brow­ser ei­nen ech­ten fav hin­ter­las­sen will. das ist ja ei­gent­lich bei al­len fe­di­ver­se in­stan­zen so, egal ob mast­o­don oder go­to­so­cial oder pi­xel­fed. im brow­ser ste­he ich im­mer dumm un­an­ge­mel­det da. ich weiss, ich kann die url der peer­tu­be sei­te in mei­nem mast­o­don cli­ent im such­feld ein­ge­ben und dann in­ter­agie­ren (fa­ven, kom­men­tie­ren), aber war­um die­ser um­weg? im in­die­web gibts in­die­auth was wirk­lich ein­fach zu nut­zen ist und mit dem man sich über die ei­ge­ne web­sei­te an­mel­den kann. das ist so de­zen­tral wie es nur sein kann und ich fra­ge mich, war­um kön­nen fe­di­ver­se in­stan­zen nicht auch iden­ti­ty-pro­vi­der sein? wenn ich mich an be­lie­bi­gen fe­di­ver­se in­stan­zen, die ich im brow­ser be­su­che, ein­fach so an­mel­den könn­te um dort zu in­ter­agie­ren, wäre das aus mei­ner sicht ein ech­ter fort­schritt in sa­chen be­dien­freund­lich­keit und kon­sis­tenz. oder über­se­he ich et­was? gibts das schon? oder ist das kom­pli­zier­ter als ich ge­ra­de den­ke?


  1. ich gu­cke you­tube wer­be­frei in sa­fa­ri, ohne you­tube da­für geld in den ra­chen zu wer­fen. der trick ist eine sa­fa­ri er­wei­te­rung na­mens vi­n­egar. vi­n­egar tauscht ein­fach den you­tube-play­er mit dem na­ti­ven brow­ser-play­er aus und um­geht da­mit die wer­bung. das funk­tio­niert so gut, dass you­tube in mei­ner an­seh-his­to­rie so­gar wer­be­clips an­zeigt, die ich an­geb­lich ge­se­hen hät­te, aber nie ge­se­hen habe. das heisst im um­kehr­schluss, den you­tube-krea­to­ren ent­ge­hen da­durch kei­ne wer­be­ein­nah­men und ich muss den scheiss nicht se­hen. 










reich­wei­ten

felix schwenzel in artikel

über den me­t­abe­ne news­let­ter bin ich auf die­ses vi­deo ge­stos­sen, in dem ro­bin thies­mey­er (meta bene), rocko scha­mo­ni und marc-uwe kling über „of­fe­ne so­zia­le Net­ze“ re­den.

PeerTube Video Vorschaubild
peertube-video laden, info, direktlink

am an­fang zeigt ro­bin eine kur­ze prä­sen­ta­ti­on, in der er sich vor­stellt. ich fand das sehr wit­zig.

… weil ich mi­ni­ma­list bin, als äs­the­ti­sches kon­zept, das ken­nen sie viel­leicht, das is ne sehr an­stren­gen­de art von faul­heit …

der rest war nicht so lus­tig, weil die drei, vier auf der büh­ne, dann über reich­wei­te und mo­ne­ta­ri­sie­rung re­den. über reich­wei­te re­den oder nach­den­ken ist im­mer ir­gend­wie trau­rig. wenn ei­nen kei­ner liest (oder sieht), ist man trau­rig, wenn man merkt dass ein paar leu­te das le­sen oder se­hen was man ins netz ver­öf­fent­licht, ist man auch trau­rig, weil an­de­re ja be­stimmt mehr auf­merk­sam­keit be­kom­men. und wenn man 1000 fol­lower oder abon­nen­ten hat, ist man trau­rig, dass man nicht 2000 hat.

da­mit will ich mich kei­nes­falls über die drei auf der OMG 2MR-büh­ne lus­tig ma­chen, son­dern es ist eine er­fah­rung die ich in den letz­ten 30 jah­ren ge­macht habe. noch trau­ri­ger wird es, wenn dann ne­ben reich­wei­te auch noch über mo­ne­ta­ri­sie­rung ge­spro­chen wird, weil bei­des wahn­sin­nig schwer ist und mit die­sen „of­fe­nen so­zia­len netz­wer­ken“ noch schwe­rer. und wenn man wirk­lich vie­le leu­te er­rei­chen will, muss man sich ge­ge­be­nen­falls auch noch ver­bie­gen und die an­ge­bo­te von ame­ri­ka­ni­schen tech-bu­den in an­spruch neh­men und sich da an ab­sur­de re­geln hal­ten oder mit bü­ro­k­ar­ti­schen bots aus­ein­an­der­set­zen.

wenn mich am mon­tag alex matz­keit in sei­nem pa­nel auf der re­pu­bli­ca fragt, wie es denn da­mals in den frü­hen ta­gen der blogo­sphä­re war, wer­de ich mög­li­cher­wei­se (auch) sa­gen: wir konn­ten uns für eine kur­ze wei­le ein­bil­den viel reich­wei­te und eine ge­wis­se re­le­vanz zu ha­ben. ein­bil­dung des­halb, weil das viel­leicht eine re­la­tiv hohe reich­wei­te war, aber ab­so­lut eher nicht. wir ha­ben halt in un­se­rer bla­se „ge­bloggt“ und ge­le­gent­lich ver­ges­sen, dass un­se­re bla­se ei­gent­lich teil ei­nes rie­si­gen schaum­tep­pichs mit mil­li­ar­den an­de­ren bla­sen ist.

un­se­re blogo­bla­se (viel­leicht ein bes­se­res wort als blogos­hä­re?) hat­te al­ler­dings eine ei­gen­schaft, die die reich­wei­te ver­meint­lich mas­siv er­höh­te: die blogo­bla­se hat­te vie­le schnitt­stel­len mit der jour­na­lis­ten-bla­se. des­halb gab es mul­ti­pli­ka­ti­ons­ef­fek­te und ge­le­gent­lich so­was wie ge­fühl­te re­le­vanz. aber mei­ne the­se ist, dass „wir“, die blog­gen­den men­schen der frü­hen 2000er und 2010er, un­se­rer reich­wei­te aus ei­nem sehr be­grenz­ten um­kreis re­kru­tier­ten.

ir­gend­wann (vor 10 jah­ren) wur­den mal ein paar er­folg­rei­che you­tuber auf die re­pu­bli­ca ein­ge­la­den. als die ihre zu­schau­er- und abon­nen­ten­zah­len nann­ten, fiel den meis­ten blog­gern, min­des­tens mir, die kinn­la­de run­ter. trotz der be­ein­dru­cken­den zah­len der you­tuber wa­ren sie trotz­dem ex­tre­me ni­schen­an­bie­ter. auch die you­tuber-bla­sen wa­ren bei wei­tem nicht so gross, dass mei­ne el­tern ei­nen oder eine von ih­nen je­mals ge­se­hen hät­ten oder freun­de und be­kann­te aus­ser­halb mei­ner in­ter­net-bla­se die kann­ten.

was ich sa­gen will: reich­wei­te ist re­la­tiv. und sehr, sehr schwer zu er­rei­chen und noch schwe­rer zu hal­ten. und mo­ne­ta­ri­sie­rung ist noch schwe­rer. elen­dig viel ar­beit.

was ich auch sa­gen will: ich bin froh dass mir bei­de the­men, reich­wei­te und mo­ne­ta­ri­sie­rung, mitt­ler­wei­le (gröss­ten­teils) völ­lig egal sind. das hat eine sehr ent­spa­nen­de wir­kung. an­de­rer­seits muss ich da­von was ich in der öf­fent­lich­keit ver­an­stal­te auch nicht le­ben.

eay hat heu­te ein zi­tat von jim niel­sen ver­bloggt:

John Gru­ber, quo­ting Walt Dis­ney:

We don’t make mo­vies to make mo­ney; we make mo­ney to make more mo­vies.

Gru­ber’s ver­si­on: don’t make soft­ware to make mo­ney, make mo­ney to make more soft­ware.

My ver­si­on: don’t make web­sites to make mo­ney, make mo­ney to make more web­sites.

das ist ge­nau mein der­zei­ti­ger ar­beits­mo­dus im netz: das was ich hier ver­an­stal­te tue ich nicht um geld zu ver­die­nen, son­dern ich ver­die­ne geld, da­mit ich das hier ma­chen kann. der grund war­um ich an­fing öf­fent­lich zu schrei­ben, zu­erst in ei­nen news­let­ter, dann un­ter mei­ner ei­ge­nen do­main wir­res.net, war mein be­dürf­nis zu schrei­ben. ein be­dürf­nis et­was zu tun, was sich krea­tiv an­fühlt und mich zwingt um und in mich zu schau­en — und das was ich sah in wor­te zu fas­sen.

und das ma­che ich seit­dem. reich­wei­ten und mo­ne­ta­ri­sie­rungs­fra­gen ha­ben mich auf die­ser rei­se ge­le­gent­lich neu­gie­rig ge­macht und ich habe da­mit viel ex­pe­ri­men­tiert, aber die ei­gent­li­che mo­ne­ta­ri­sie­rung kam im­mer aus der lohn­ar­beit.

ich bin dar­über nicht trau­rig, im ge­gen­teil, aber trotz­dem ist es doch trau­rig, dass krea­ti­ve ar­beit mit krea­ti­ver ar­beit al­lein so schwer fi­nan­zier­bar ist. ich glau­be auch nicht dass es da­für te­chi­sche lö­sun­gen gibt. die gibt und gab es schon län­ger, ste­ady, pa­tre­on oder you­tube — und frü­her mal flattr. aber bis auf ganz we­ni­ge aus­nah­men, kön­nen da die we­nigs­ten von le­ben.

vor zwan­zig oder dreis­sig jah­ren hat­ten wir mal die hoff­nung, dass das netz die gate­kee­per da­von­schwemmt und auf­merk­sam­keit de­mo­kra­ti­scher oder ge­rech­ter ver­teilt wer­den könn­te. oder dass die 15 mi­nu­ten fame die uns andy war­hol in den 60ern ver­spro­chen hat, sich durchs netz und neue tech­no­lo­gien ver­viel­fa­chen lies­sen. statt­des­sen ka­men neue gate­kee­per und die kon­ku­renz um die ware auf­merk­sam­keit wird im­mer schär­fer.

ich lie­be wei­ter­hin auf­merk­sam­keit, aber um sie erst­haft zu ver­fol­gen bin ich wahr­schein­lich ein­fach zu müde und zu alt. mir ge­fällt, dass ich die­sen text hier ein­fach raus­rot­zen kann und ihn erst spä­ter, lan­ge nach dem drü­cken des ver­öf­fent­li­chen-knopfs, noch­mal ge­gen­le­se und die gröbs­ten or­tho­gra­phi­schen schnit­zer raus­kor­ri­gie­re.